Die Große Kreisstadt Leutkirch im Allgäu betreibt eine intensive Innenstadtentwicklung und wird bereits mit einem vierten Sanierungsgebiet um den Bereich der mittelalterlichen Altstadt vom Land Baden-Württemberg dabei unterstützt. Das Sanierungsgebiet "Entlang der Eschbach" ist seit 2020 Teil dieser Innenstadtentwicklung. Im 1. Quartal 2023 wurde ein Realisierungswettbewerb für die Vorplanung der öffentlichen Freiflächen und Straßen im Stadtkern der Altstadt Leutkirch ausgeschrieben und parallel dazu ein Bürgerbeteiligungsprozess initiiert. Ziel ist es, vorhandene städtebauliche, gestalterische und funktionale Defizite zu beseitigen und Aufwertungsmaßnahmen durchzuführen. Das übergeordnete Ziel der Aufwertungsmaßnahmen ist die Stärkung des Stadtkerns bzw. der engeren Altstadt als urbaner Begegnungsraum, als Versorgungszentrum und als Wohnstandort durch eine funktional-verkehrliche Neuordnung großer Straßenabschnitte, die Neugestaltung von zentralen Straßenabschnitten und Platzflächen sowie durch eine ökologische und gestalterische Aufwertung entlang des Eschach-Flusslaufes. Die Realisierung wird in mehreren Bauabschnitten erfolgen, der BA 1, bestehend aus den BA 1.1 bis 1.4, ist Teil der gegenständlichen Ausschreibung. Im Zuge der umfassenden Umgestaltung des Altstadtkerns wird zeitgleich die vorhandene Infrastruktur saniert bzw. erneuert. Die Planungen - auf Grundlage von HOAI-Leistungsbildern - der Sanierungs- bzw. Erneuerungsmaßnahmen der vorgenannten Infrastruktur sind Gegenstand der gegenständlichen zu vergebenen Leistungen. Das gegenständliche Planungsgebiet ist Teil des Sanierungsgebiets "Entlang der Eschbach". Es umfasst den dargestellten Altstadtkern im Bereich des ersten Bauabschnitts (BA 1), der in die Teilbereiche BA 1.1 bis BA 1.4 untergliedert ist. Die Gesamtfläche beträgt rund 7.900 m². Konkret handelt es sich um den Bereich der Marktstraße zwischen den Hausnummern 3/4 und 26/27 sowie den Marktplatz einschließlich der östlichen Kornhausstraße und des Gänsbühls, der östlichen Lammgasse und des westlich angrenzenden Bereichs der Katholischen Kirche.
Der Auftraggeber beabsichtigt, im Rahmen des gegenständlichen Vergabeverfahrens folgende Fachplanungs-leistungen zu vergeben: Ingenieurbauwerke, Leistungsphasen LPH 3-9 nach § 43 HOAI. Die Ingenieurbauwerke umfassen die Erneuerung und/oder Neuverlegung inkl. etwaigen Abriss und Entsorgung der Bestandleitungen im Plangebiet BA 1 (BA 1.1 bis BA 1.4) von folgenden infrastrukturellen Anlagen: Mischwasser-Kanalisation (Oberflächenwasser und Abwasser), Trinkwasserleitungen, Breitband (Glasfaser), Straßenbeleuchtung, Akzentbeleuchtung für die Beleuchtung von verschiedenen anliegenden Liegenschaften (in der Regel öffentliche, denkmalgeschützte Gebäude) gem. Lichtmasterplan, Koordination der externem Versorgungsträger der Stromversorgung, Telekom, Vodafone (aktuell Netzverteiler am Rathaus; das gesamte Stromversorgungsnetz soll im Zuge der gegenständlichen Maßnahmen neu strukturiert werden, inkl. Standort der Netzverteilung und Anschlüsse der Funktionalbeleuchtung gemäß Lichtmasterplan), Stadtinternes Stromnetz mit versenkbaren Strominseln für die Versorgung von Schaustellern und Marktreibern in der Innenstadt mit eigenem Zähler (z.B. Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt etc.): das gesamte stadtinterne Stromversorgungsnetz soll im Zuge der gegenständlichen Maßnahmen neu errichtet werden, inkl. neuem Standort der Netzverteilung, Leerrohre für Nachrüstung von Elektro- und Datenleitungen zur Verbindung von öffentlichen Gebäuden, Tiefbau für die Fernwärme, Steuerkabel der Datenübertragung für Fernwärme. Die gegenständlich ausgeschriebenen Planungsleistungen beinhalten auch die Planung und Erneuerung und/oder Neuverlegung aller Hausanschlüssen bei sämtlichen angrenzenden Gebäuden für die infrastrukturellen Anlagen Glasfaser (jeweils bis in den Hausanschlussraum), Fernwärme (jeweils bis Mess- und Übergabepunkt), Trinkwasser (jeweils bis Zähler im Hausanschlussraum), Abwasser (bis Hausanschlusspunkt), Koordinierung von Lichtpunkten der Straßenbeleuchtung an private Gebäude, Koordinierung von Lichtpunkten der Akzentbeleuchtung an private Gebäude (beispielsweise zur Montage der Akzentbeleuchtung eines gegenüberliegenden öffentlichen Gebäudes). Wichtig: Die Abrechnung der Leistungen muss nach Kostenstellen der Medienträger erfolgen und muss jeweils differenziert werden zwischen (a) Leistungen der Hauptleitungen und (b) der Hausanschlüsse. Dies gilt sowohl für die gegenständlich ausgeschriebenen Planungsleistungen als auch für die auszuschreibenden und zu beauftragenden Bauleistungen. Die Gesamtnetzplanung der Fernwärme wird für die gesamte Stadt Leutkirch durch die "e3 energieanlagen GmbH" durchgeführt. Die im Planungsgebiet zu verlegenden Leitungen der Fernwärme sind Bestandteil der übergeordneten Gesamtnetzplanung. Vom gegenständlich ausgeschriebenen Planungsbüro wird daher eine Abstimmung mit e3 energieanlagen GmbH bezüglich der Fernwärmeplanung (Leitungsplanung und Leitungsverlegung) gefordert. Daneben gehören kontinuierliche Abstimmungen und die Einbeziehung aller öffentlichen Versorgungsträger, wie beispielsweise Energieversorgung Gas: Thüga Energie GmbH, Stromversorgung: Netze BW GmbH, Trinkwasserversorgung und Mischwasserkanalisation: Stadtwerke Leutkirch, Telekom, Vodafone, Fernwärmebetreiber (e3 energieanlagen GmbH) zum Leistungsumfang des gegenständlich ausgeschriebenen Planers und sind im Angebot mit einzukalkulieren. Aufgrund der Erneuerung der Trinkwasserleitungen ist während der Bauphase die Notversorgung mit Trinkwasser für alle angrenzenden Liegenschaften vom gegenständlich ausgeschriebenen Planer zu planen und auszuschreiben sowie die Umsetzung zu überwachen. Die vorgenannten Planungsleistungen sind bis zur HOAI-Leistungsphase (im Folgenden LPH) 2 nach § 43 HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) vollständig erbracht. Gegenstand des gegenständlichen Vergabeverfahrens ist die Fortführung der Planung ab einschließlich LPH 3 nach HOAI für Ingenieurbauwerke (§§ 43 ff. HOAI). Als besondere Leistungen (im Folgenden kurz "BesLstg") sind folgende Beauftragungen vorgesehen: Einarbeitung in die von Dritten in die Ergebnisse der erbrachten Leistungen der LPH 1 und 2, Einrichtung Datenraum und Vorhalten während der gesamten Projektlaufzeit, Ausschreibung, Begleitung und Koordination Beweissicherung, Ausschreibung Altlasten- und Bodenmanagement, Aktualisierung der vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Bestandspläne, Örtliche Bauüberwachung gem. Anlage 12 (HOAI), Lückenlose und intensive Kommunikation mit Anrainern, Tägliche Baustellentermine außerhalb der Grundleistungen, bis zu 5 x pro Woche, Zuarbeit für die Fördermittelanträge Fernwärme, Ausarbeitung aller Bestandspläne nach Baufertigstellung (Revisionspläne).
Für diese Ausschreibung liegen keine Vergabeunterlagen vor. Die KI-gestützte Dokumentenanalyse kann nur durchgeführt werden, wenn Dokumente verfügbar sind.
Noch keine Vergabeunterlagen verfügbar.
Nachweis eines zertifizierten ISMS für den gesamten Projektzeitraum.
Sämtliche Kernmitglieder müssen Deutschkenntnisse auf C1-Niveau nachweisen.
Mindestens drei vergleichbare Projekte in Bundes- oder Landesbehörden in den letzten 5 Jahren.